Universal startet Musik-Flatrate mit Internet-Provider

Es vergeht kein Tag an dem nicht über die schlechten Verkaufszahlen gemeckert wird. Meiner Meinung nach haben die großen Plattenfirmen das Internet als große Marktplattform ignoriert oder sind mit veralteten Geschäftsmodellen gescheitert. Die seit Jahren heiß diskutierte Musikflatrate wurde nie wirklich umgesetzt oder mit zu großen Restriktionen versehen. Nun wagt Universal Music den ersten Schritt in Kooperation mit einem Internet-Provider.

Die Fakten:

Am Montag wurde die Zusammenarbeit zwischen Universal Music & Virgin Media bekannt gegeben. Geplant ist für Ende des Jahres eine Musikflatrate, die dem Kunden für einen gewissen Aufpreis unbegrenzt Musik aus dem Hause Universal runterladen lässt. Einen großen Pluspunkt erhält die Tatsache, dass man heruntergeladene Musikstücke so lange behalten darf wie man möchte und diese somit nicht an einen Vertrag gebunden sind (wie es bei Napster der Fall ist). Das Angebot wird es vorerst nur in Großbritannien geben.

Universal will Musikpiraten „umerziehen“:

Schon klar, dass Universal die illegalen Downloads reduzieren möchte. Finde ich auch völlig legitim und wenn das Angebot stimmt dann werden sie sicherlich auch erste Erfolge verzeichnen können. Aber das reicht den Plattenbossen noch nicht. So wollen sie Nutzer, die raubkopierte Musik ihres Angebots erhalten, das Internet sperren. Geplant sind Zeiten von 5 Minuten bis zu 5 Monate.

Wie soll das funktionieren?

Die heruntergeladene Musik ist mit einem verborgenen Wasserzeichen versehen. Damit kann jeder einzelne User identifiziert werden. Sollte besagter User nun die legal heruntergeladene Musik wiederum illegal ins Internet stellen, kann anhand des Wasserzeichens der User ausfindig und abgemahnt werden. Anfangs soll das noch mit einer Art „mündlichen Verwarnung“ geschehen und bei vermehrten Betrugsversuchen soll dann eine Internetsperre von bis zu 5 Monaten durchgesetzt werden. Eine rechtliche Absicherung besteht allerdings noch nicht.

Fazit:

Immerhin versucht sich nun ein großes Label an neuen Strategien und Geschäftsmodellen. Allerdings kann meiner Meinung nach so etwas nur funktionieren wenn alle großen Plattenfirmen nachziehen, denn ich höre meine Musik nicht sortiert nach Plattenfirmen. Außerdem ist die Flatrate an einen Internet-Provider geknüpft was mir keine freie Auswahl ermöglicht. Dazu kommt der erhobene Zeigefinger, der mich bestrafen will wenn ich was „Böses“ getan habe. Über die rechtliche Absicherung und die angedrohte Internetsperre sollte auf jeden Fall noch einmal nachgedacht werden. Dennoch geht es in die richtige Richtung und ich bin gespannt was da in Zukunft noch passieren wird.

Quellen dieses Artikels waren SpOn und Onlinekosten.

Foto: © Rike / pixelio.de

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