Umsatzgewinne für Musik-Downloadportale

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Downloads und Plattenfirmen standen bis vor einigen Jahren auf dem Kriegsfuß. Auch heute besteht noch keine Freundschaft aber leichte Annäherungen sind erfolgreich durchgeführt worden. 25% Wachstumsrate ist dabei rum gekommen. Eine Zusammenfassung und kritische Betrachtungsweise.

Im ersten Halbjahr 2009 sollen laut Heise.de auf Musikplattformen in  Spanien, Deutschland, Österreich, Belgien, der Niederlande und der Schweiz ingesamt 50 Millionen Songs und Alben legal heruntergeladen worden sein.  In Deutschland waren es alleine 3,1 Millionen Alben und 23 Millionen einzelne Songs, die auf Plattformen wie z.B. Musicload oder Itunes heruntergeladen wurden.

Erstmalig sind die Downloads von Bundles höher als der Verkauf einzelner Songs. Unter Bundles versteht man hier die Zusammenstellung einiger Songs zu einem Album. Aufgrund der höheren Gewinnmarge kann sich die Musikbranche also gleich zweimal freuen.

Eine Steigerung um 25% des legalen Musikdownloads kann man auf jeden Fall als weiteren Erfolg verzeichnen und Gründe hier auf jeden Fall im Wegfall des DRM-Schutzes. So bestand immer das Risiko, dass ein Download-Shop die Pforten schließen musste und die heruntergeladenen MP3’s dadurch ebenfalls ihre Gültigkeit verloren. Ärgerlich für den Kunden, der die Musik legal erworben hatte.

Was macht die Musikbranche falsch?

Trotz derartiger positiver Nachrichten in den letzten Tagen, wird weiterhin gegen die illegalen Downloader geschossen. Es mag ja sein, dass auf einen legalen Download immer noch 8 illegale Download folgen aber ich bin der Meinung, dass man weniger über bekannte Fakten reden, dafür aber  an neuen Geschäftsmodelle arbeiten sollte. Musik ist ein digitales Gut, dass sich nicht von alleine verkauft und sowohl qualitativ hochwertig, als auch bezahlbar sein sollte. Zu Zeiten des Internets haben die alten Geschäftsmodelle ausgesorgt und dementsprechend müssen neue Ideen her um wieder bessere Umsätze zu generieren.

Negativ-Beispiel Napster:

Man zahlt einen Festpreis und kann dann auf eine große Anzahl  Songs zugreifen. Beendet man sein Abo dann sind alle heruntergeladenen Songs wertlos und können aufgrund fehlender Verifikation nicht mehr angehört werden. Für mich als Kunde nicht wirklich interessant.

Positiv-Beispiel Magnatune:

Dieser Service hat aktuell ca. 200 Künstler unter Vertrag. Die meist independent Künstler lassen ihre Musik zum kostenlosen Anhören online stellen. Jeder interessierte Musikfan kann also völlig umsonst die Musik hören. Möchte er sie jedoch auf seinem heimischen PC oder auf der Musikanlage hören, so muss er sie natürlich kaufen. Der Clou dabei ist, dass Magnatune einen Minimalpreis von 5€ festlegt pro Album. Neben dem Minimalpreis steht ein Richtpreis von 8€, was gleichzeitig dem Normalpreis entsprechen würde. Der Kunde darf nun selber entscheiden was ihm die Musik wert ist. Und laut einer Studie zahlt der Durchschnitt der Kunden einen Preis von 8,20€ obwohl sie das Album bestenfalls umsonst haben könnten.

Fazit:

Es ist schwer ein kurzes Fazit bei einem so komplexen Thema zu schreiben aber ich finde generell ist die Musikbranche auf dem richtigen Weg. Aber der Weg ist noch sehr lang. Neben Itunes haben sich in Deutschland nun auch Musicload oder neuerdings auch Amazon etabliert, die oftmals auch sehr humane Preise an den Kunden herantragen. Der Verzicht auf DRM war ebenfalls ein wichtiger und notwendiger Schritt. Wenn nun weiter an Ideen wie z.B. bei Magnatune festgehalten wird, können sicherlich weitere Wachstumsraten prognostiziert werden.

© Christian Seidel / Pixelio.de

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