In der Juice sprach er davon, dass die musikalische Entwicklung kein kurzfristiger Prozess sei und es somit auch Zeit braucht um gutes Material zu veröffentlichen. Sehr löblich wie ich finde, so hört man doch immer wieder Material, dass innerhalb von kurzer Zeit dahin gerotzt wurde der Absatzzahlen willen. Dennoch hätte man sich gewünscht, dass das Release etwas früher erscheinen wäre. Denn seine erste Veröffentlichung hat gut 15 Jahre auf sich warten lassen und die Trackauswahl stammt aus den Jahren 2000-2007.

Von wem spreche ich denn nun eigentlich? Es handelt sich hierbei um den Rapper Straight P, der schon 1993 im Alter von 15 Jahren mit seiner Crew Teenage Niggaz die Pfade des Hip Hop ergründete. Wenig später widmete er sich aber seiner Ausbildung um zur Jahrtausendwende wieder nach Köln zu kommen um Rap zu machen.

Nun endlich will Straight P sich der breiten Öffentlichkeit präsentieren und das macht er in Form eines Mixtapes. Heutzutage nichts untypisches, wobei man sagen muss, dass die wenigsten Mixtapes auch wirklich welche darstellen. Über “Plan P” kann man sagen was man will aber es ist definitiv im Stile eines Mixtapes. Die dazugehörigen Cuts und Backspins stammen von Dj Boogie, Hulk Hodn, Iron Ive und Kurt Hustle. Die “Hip Hop Heads” von euch erkennen hier direkt die Verbindung zu Huss & Hodn bzw. dem Kölner Label “Entourage Music”, was man auch musikalisch in gewisser Weise erkennen kann. Kurz sei noch gesagt, dass manchmal zwischen den Tracks ein Nebelhorn zu hören ist um keine harten Übergänge zu haben, was mir im Nachhinein lieber gewesen wäre.

Straight P ist ein klassischer Battle-Rapper, der mit seinen Raps den Kampf gegen alle anderen Rapper aufnimmt, dies aber ohne extrem unter die Gürtellinie zu gehen.

“Und wir wollt mir Disrespect geben weil nicht jeder weiß wer ich bin. Doch am Schluss überhol ich euch wie den Rest und scheiß in den Wind.”

Vielleicht liegt es an seinen 30 Lenzen, dass er es als Pflicht ansieht nicht nur andere zu battlen sondern selber auch etwas zu reflektieren und der Wahrheit ins Auge zu schauen.

“Scheiße Geld fehlte schon immer, für Jahre war ich alleine. Ich hab mein Lehrgeld gezahlt jetzt wirds Zeit den Laden zu schmeißen.”

Die Beats von BEEF560, Chemobeatz, iMANiRaN, Iron Ive und sin schaffen genau die Atmosphäre , die man aus Köln aktuell zu hören bekommt. Jedoch verschaffen die Beats Straight P. noch eine gewisse Mystik wie z.B. “Du kennst mich nicht”. Andererseits werden seine Raps durch viele minimalistische Soundelemente hervorgehoben, die aufgrund seiner Klasse gerechtfertigt im Vordergrund stehen.

“Konkurrenten kriegen krasse Krisen weil mich ihre gekonntesten Konter nicht mal kitzeln. Egal was sie kritzeln ich erwisch ihre komischen Kitschkollabos kalt und vergrab sie geknebelt in kantigen Kisten.”

Köln mausert sich zum Geheimfavoriten in der Deutschrapszene und kann sich durch talentierte Rapper einen Namen machen. Straight P. steht hier an vordester Front und beweist, dass Battle-Rap mehr eine Kunst ist als die reine Beschimpfung unterschiedlichster Mütter. Auch wenn das Release schon aus dem Dezember 2008 stammt ist es immer noch eine Empfehlung wert denn ein richtiges Album ist zwar geplant, wird aber noch ein wenig auf sich warten lassen.

Anspieltipps: Dead Wrong, Kölns Fels, Ma thang

www.myspace.com/realstraightp

Straight P. – Plan P (bei Musicload)

Bilder: via MySpace

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