Rapresent wählt die Top 5 der Deutschrap Releases 2009

Etwas verspätet wollen wir, Chris, Ory und David, das Jahr 2009 Revue passieren lassen und haben für euch deswegen unsere persönlichen Top 5 der Deutschrap Veröffentlichungen zusammengefasst. Wir haben alle sehr unterschiedliche Geschmäcker und so unterscheiden sich auch unsere Favouriten.

Viel ist dazu nicht mehr zu sagen, außer, dass diese Liste nur unseren persönlichen Geschmack wiederspiegelt und die Liste natürlich nicht komplett ist aber man muss sich einfach entscheiden.

Am heutigen 10.01.2010 werden wir außerdem in unserer Sendung von 18-20 Uhr (auf RauteMusik –> JaM) unsere Lieblingsalben akkustisch mit euch teilen. Also unbedingt einschalten!!!

Hier findet ihr übrigens alle Releases des Jahres 2009 auf einen Blick.

Top 5 von Chris:

Shiml – Im Alleingang

Das leider vorerst letzte Soloalbum des ehemaligen Selfmadekünstlers, jedoch ein würdiger Abgang von der Deutschrapbühne. Seine Texte wirken leicht verständlich, absolut glaubwürdig und wirken auch nach mehrmaligem Hören trotzdem keinesfalls langweilig. Interessant ist auch das Shiml auf „Im Alleingang“ wohl für jede Person, Lebenseinstellung und Sachverhalt einen passenden Track anzubieten hat.

Olli Banjo & Jonesmann – 4 Fäuste für ein Hallelujah

Das sich Olli und Jones musikalisch gut ergänzen war mir schon vorher nicht entgangen. Das Kollaboalbum konnte meinen Eindruck aber mehr als nur bestätigen. Erfreulicherweise wurde Jonesmann nicht ausschließlich zum Singen „verdammt“ und konnte seine raptechnischen Fähigkeiten in nahezu jedem Track voll unter Beweis stellen. Von Doubletime bis inhaltlich ansprechend, 4 Fäuste für ein Hallelujah bietet die komplette Bandbreite. Sehr zu empfehlen!

Rasputin – Straight Outta Life

Durch ein Interview bei Mixery beeindruckt hatte ich mir das Album direkt bestellt. Glaubwürdig, bodenständig und realitätsnah beschreiben die Tracks auf „Straight Outta Life“ wohl am besten. Irgendwie erinnern mich die Track inhaltlich ein wenig an Curse. Auch wenn die Featuregäste Architekt, Blickfunk, Mortis One, Dray Druch und Jenny Richards im ersten Moment nicht durch ihre Namen überzeugen, sind sie musikalisch keinesfalls zu vernachlässigen und tragen einiges zur durchaus überdurchschnittlichen Scheibe bei.

Snaga & Pillath – II

Ich muss zugeben das ich von den beiden Ruhrpottikonen nach ihrer langen Abwesenheit sehr viel erwartet habe. Gemessen an den von ihnen gewohnt bombastischen Punshlines wurde ich zwar in dieser Hinsicht auf „II“ etwas enttäuscht, jedoch konnten mich die Jungs durch ihren Flow und einige deepe Tracks dennoch überzeugen. Überdurchschnittliche, markante Beats die perfekt auf den Sound von Snaga & Pillath abgestimmt wurden, machen das Album definitiv mehr als hörbar.

Monroe – Movement

Das meiner Meinung nach beste Deutschrapalbum der letzten Jahre. Ein absolut abwechslungsreiches Lineup an hochkarätigen Rappern, die sich auf absoluten Beat Meisterwerken austoben. Die perfekt Mischung aus inhaltsstarken Tracks von z. B. Curse und Samy Deluxe und flowbetonten Titeln machen Movement zu einem absoluten Pflichtkauf. Eine beigelegte CD namens „Best of Monroe“ runde das Paket ab.

Top 5 von David:

Samy Deluxe – Dis wo ich herkomm

Samy Deluxe begleitet mich schon seit 1998 aber im letzten Jahr hat er mich doch sehr überrascht mit seinem Album „Dis wo ich herkomm“. Ok es ist verständlich, dass Samy mit der Zeit erwachsener wird und das auch musikalisch ausdrücken möchte, aber erwartet habe ich es dennoch nicht. Ich mag den neuen Samy und vor allem auch seinen Sound. Erfrischend anders, für viele wahrscheinlich „zu erwachsen“ aber für mich der perfekte Soundtrack um in den Tag zu starten.

Vega – Lieber bleib ich broke

Vega wurde hochgelobt noch vor der Veröffentlichung von „Lieber bleib ich broke“ aber ich bin doch sehr kritisch an sein neues Werk gegangen. Letztendlich hatten die Leute recht denn ich bin immer noch sehr geflasht von diesem sehr gefühlvollen und ehrlichen Album. Vega hat es als einer der wenigen Rapper geschafft, die viel zitierte Authentizität musikalisch auszudrücken und konnte damit eins der besten Releases 2009 droppen.

Sampler: Deutschlands vergessene Kinder 2

Das Rap mehr kann als das was ihm die Öffentlichkeit zuspricht, beweist dieses Projekt. „Deutschlands vergessene Kinder 2“ ist nicht nur ein vorbildliches soziales Projekt, sondern auch gespickt mit großartigen Tracks aus den verschiedensten Regionen Deutschlands. Selten hat es ein Sampler geschafft mich so zu überzeugen wie Dieser und deswegen taucht er auch in dieser Rubrik auf.

Tone – Phantom

Eins DER Comebacks des Jahres war das von Grandmaster Tone. Mit „Phantom“ hat er meine Erwartungen mehr als nur erfüllt und so skeptisch ich anfangs auch war, so begeistert bin ich dafür noch heute. Gefühlvolle, Pusher- und Kopfnicker-Beats geben sich die Hand und verschmelzen zu einem großartigen Album, das man sich auch in 10 Jahren noch gerne anhören wird.

Morlockk Dilemma & Hiob – Apokalypse jetzt

Das wohl ungewöhnlichste aber zugleich faszinierendste Album des Jahres 2009 stammt von Morlockk Dilemma & Hiob. Experimentell, einzigartig, einfach anders … so würde ich „Apokalypse jetzt“ wohl beschreiben und gerade dadurch bleibt es einem doch sehr präsent im Kopf. Dieses Album muss einfach geliebt oder gehasst werden denn „Standard“ oder „Mainstream“ ist anders.

Top 5 von Ory:

Samy Deluxe – Dis wo ich Herkomm

Ein sehr gelungenes Album stellt „Dis wo ich herkomm“ dar, welches dank Band besonders Live überzeugen konnte. Doch auch inhaltlich und musikalisch ist es auf höchstem Niveau und hat mit „Der Letzte Tanz“ noch eine ideale Ergänzung erhalten. Einziger Kritikpunkt ist die Autotune Belästigung in einigen Tracks, bitte nicht mehr davon.

Fiva MC – Rotwild

Fiva MC habe ich schon bei meinen Deutschrap Anfängen das erste Mal gehört. Mit der Zeit ist mir der Name aber wieder in Vergessenheit geraten, doch dieses Jahr hat sie sich mit dem sehr hochwertigem Album „Rotwild“ zurückgemeldet und konnte mich sofort wieder begeistern. Auch ihre Live Perfomance auf dem Splash Festival hat mir sehr gefallen und gehört zu meinen diesjährigen Highlights.

Huss & Hodn – Der Stoff, aus dem die Regenschirme sind

Kurt Hustle und Hulk Hodn kann man entweder feiern oder bescheiden finden. Ich gehöre zu Ersteren und bedanke mich für die gewohnt gute unprofessionelle Musik ? Schade ist allerdings, dass die Features auf diesem Album mehr als enttäuschen.

Chefket – Einerseits Andererseits

Ich muss zugeben, dass ich Chefket bis vor einigen Monaten noch gar nicht kannte. Zusammen mit Amewu (dessen Album ‚Entwicklungshilfe‘ eigentlich auch in die Top 5 gehört) habe ich ihn als Vorgruppe bei einem Konzert von Marteria gesehen. Nach dem Auftritt habe ich mir das Album sofort am Merchandise Stand geholt und bin nicht enttäuscht worden. Ein sehr zu empfehlendes Album.

Sido – Aggro Berlin

Aggro Berlin ist Geschichte, Sido selbst entwickelt sich mit jedem Album weiter und auch wenn mir sein neuer Look nicht unbedingt zusagt, kann er trotzdem mit seinem neuen sehr vielseitigem Album überzeugen.

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