Musikindustrie – Umdenken oder „Three Strikes Modell“?

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Es ist ja mittlerweile nichts Neues mehr wenn die Musikindustrie über die schwachen Verkaufszahlen und die Internetpiraterie spricht und hilfesuchend die Politik zu Rate zieht. Nun sollen Kombi-Pakete und restriktive Gesetze der Branche wieder auf die Beine helfen.

Der Musikbranche geht es schlecht. Laut der Gfk soll der Markt für physische Tonträger bis zum Jahr 2013 jährlich um 5% sinken, so schreibt Heise. Gleichzeitig soll aber der Absatz im Online-Segment jährlich um 17% steigen und sobald der digitale Markt 21% der Gesamteinnahmen beträgt kann man von einer Kompensation der Verluste reden.

Musikbranche dennoch unzufrieden

Negative Zahlen lassen sich immer gut verkaufen und Forderungen besser untermauern. So hofft Thomas Hesse (Sony Music Amerika) zwar auf ein großes Wachstumspotential, verdeutlicht aber auch gleichzeitig, dass es ohne den Abbau der Internetpiraterie nicht bzw. schwer möglich ist. Ein „abgestuftes Warnsystem“ könne helfen Urheberrechtsverletzungen zu minimieren. Hierbei lehnt sich Hesse an das „Three Strikes Modell“ aus Frankreich an. Das besagt, dass bei dreimaligem Vergehen einem Internetnutzer das Internet gesperrt werden kann.

Neue Geschäftsmodelle helfen aus der Krise

Auch wenn ich in keinster Weise verstehe wie man versucht durch Restriktionen das Geschäft wieder anzukurbeln, finde ich es dafür sehr lobenswert, dass die Branche versucht durch neue Geschäftsmodelle und auch Partnerschaften andere Wege zu gehen. Mögliche Einnahmequellen können z.B. Lizensierungseinnahmen bei Youtube oder MySpace sein aber auch Kooperationen mit Handyherstellern, die Flatrates anbieten oder oder oder. Man muss sich aber immer bewusst sein, dass die Hürden sehr hoch sind. Die Möglichkeiten legal an Musik zu kommen sind immens und so muss das größte Ziel der Branche sein einen Mehrwert für den Käufer zu schaffen der Einzigartigkeit vermittelt.

Mehrwert schaffen –> Beispiel: Samy Deluxe

Ein gutes Beispiel um dem potentiellen Käufer einen Mehrwert zu schaffen ist das Angebot, dass das Management von Samy Deluxe sich ausgedacht hat. Aktuell steht eine Tour durch ganz Deutschland an aber dennoch kann nicht jeder daran teilnehmen. Nun wurde eine Partnerschaft mit Concert Online eingegangen, die jedes Konzert in hochwertiger Qualität aufnehmen und die Aufnahmen auf einen Samy Deluxe USB Stick laden. Der Stick erhält außerdem MP3’s , die als Zugabe auf dem Konzert gespielt werden und somit exklusiv sind.

– 1 GB UBS-Stick
– Live Konzertaufnahme in sehr guter Qualität
– exklusive MP3’s
– kein Kopierschutz und jederzeit auf dem MP3-Player oder CD mitzunehmen

Hier wird dem Fan etwas geboten. Ein Hauch von Exklusivität, ein Angebot ohne Restrikiton (z.B. DRM Schutz) und etwas „Neues“, das abweichend vom Einheitsbrei ist. Und genau hier sehe ich auch Potential in der Branche. Man braucht keine Gesetze, die das Filesharing härter bestrafen sondern sollte lieber weiter an qualitativ hochwertiger Musik arbeiten und zusätzlichen, interessanten Angeboten, die einen Mehrwert für den Käufer haben. Mal schaun was uns da die Zukunft bringt.

Potentiale sind da … sie müssen nur genutzt werden!

© Christian Seidel / Pixelio.de

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