Musikbranche: Umdenken statt abmahnen!

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Neben den vielen Informationen zu den unterschiedlichsten Künstlern, berichten wir auch immer wieder über neue Entwicklungen in der Musik- / Medienbranche. Einige sehr interessante Artikel zum Thema „Raubkopien“ , „Lösungswege“ und „Zukunft der Musikbranche“ möchte ich hier thematisieren.

Das Internet ist schuld!

Das Internet hat die Digitalisierung von Gütern natürlich extrem beschleunigt und ist deswegen der Hauptschuldige für die Musik-/Medienbranche. Sicherlich ist die Hürde Musik illegal zu erhalten dadurch gesunken, andererseits sind auch viele Chancen darin zu sehen, die leider nicht genutzt werden. So schreibt Prof. Dr. Ralph Dewenter im M-Blog meiner Universität, dass vermeintliche „Musikpiraten“ laut Studien mehr legale Musik kaufen als ein „legaler User“.  Gründe liegen auf der Hand. Jede Woche werden CD’s veröffentlicht und es sollte klar sein, dass man sich nicht jedes Stück leisten kann. Man muss also separieren und dies gescheiht sicherlich bei vielen Menschen durch das illegale Downloaden einiger Werke. Der Gang in den Musikladen entfällt.

Bei Gefallen und dem Empfinden von Sympathie gegenüber dem Künstler wird dann nachträglich die CD auf legalem Wege erstanden.  Dies ist ein wichtiger Punkt, der gerne vergessen wird. Die Sympathie zu einem Künstler ist, nach meinen Erfahrungen, für viele DER Hauptgrund eine CD zu kaufen anstatt sie herunterzuladen.

Doch was tun?

Man könnte schier unendlich zu dieser Thematik schreiben aber ich möchte mich heute auf vermeintliche Lösungsvorschläge konzentrieren. Thomas Fahrig schreibt ebenfalls auf dem M-Blog, dass er das „Streaming“ von Medieninhalten für zukunftsträchtig hält. Auch ich sehe diesen Trend und erste Schritte der Monetarisierung wurden ebenfalls schon durchgeführt. So wird z.B. vor Videoclips, Sendungen oder Audiofiles Werbung vorgeschaltet.  Solange das nicht Überhand nimmt eine Methode, die gut zu verkraften ist.

Jedoch liegt hier das große Problem nicht bei Youtube oder MyVideo sondern bei illegalen Streamingformaten, die komplette Kinofilme oder Musikalben streamen. Hier möchte ich auf einen interessanten Artikel hinweisen, der die gewagte These aufstellt, wie man Raubkopien monetarisieren könnte. Wirklich sehr gewagt und sicherlich niemals realisierbar aber es wird auf jeden Fall ein Umdenken notwendig sein um die Verluste kompensieren zu können.

Mischpult

Fazit:

Sollte die Musik- / Medienbranche weiterhin lieber Massenabmahnungen verschicken lassen um Angst zu schüren, kann man mit Sicherheit mit weiteren Rückgängen der Verkäufe rechnen, denn durch solche „Aktionen“ entsteht negatives virales Marketing für die Branche und die angesprochene Sympathie wird nicht erreicht, im Gegenteil.

Ideen müssen her und wenn man genauer hinschaut dann entstehen auch immer wieder neue Projekte, wie hier nachzulesen ist. Es geht um die Monetarisierung unbekannter Bands über MySpace. Keine Idee, die einen vom Hocker haut aber wenn ähnliche Ideen breitgefächert und in hoher Anzahl generiert werden, können endlich die Chancen, die das Internet und die Digitalisierung mit sich bringen, genutzt werden.

Photo 1: © Sarah Jung / Pixelio.de
Photo 2: © TommyS / Pixelio.de

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Tweets that mention Musikbranche: Umdenken statt abmahnen! | Rapresent - Deutschrap Blog -- Topsy.com

  2. Guter Beitrag.

    Ich habe gerade in der „Hip-Hop-Szene“ immer wieder erlebt, dass Künstler, Profis wie auch Amateure, sich der Realität nicht stellen und immer noch überzogene Vorstellungen von Plattenverkäufen, Einkommen und der Welt des Musikgeschäfts haben.

    Dadurch wird es für alle mit neuen Lösungsansätzen schwierig, gerade weil auch die Musikindustrie (logischerweise) versucht ihr Business zu Schützen – die Frage ist wie lange das noch Funktioniert.

    Vielleicht sollte man mal eine Diskussion in der Szene (wenn es sie denn noch gibt) anstoßen.

  3. Guter Beitrag auch von dir. :) Ich denke wenn man seine Musik lebt und den Fokus nicht immer auf Verkaufszahlen legt dann würde die Situation rosiger aussehen. Sido ist ein gutes Beispiel: Er kalkuliert genau was er in etwa verkaufen wird und legt seine Marketingaktionen + Ausgaben genau darauf aus. Ein böses Aufwachen gibt es nicht.

    Ist natürlich schwierig eine Diskussion in der „Szene“ anzustoßen. Außer durch Artikel im Blog wüsste ich nicht wie ich das bewerkstelligen könnte. Ich denke aber, dass die Musikbranche einfach nur etwas länger braucht und es langfristig gesehen wieder rosiger zugehen wird.

  4. Was bereits viele wissen ist, dass die Musikindustrie die Entwicklung und Marketing, sowie neue Vertriebswege im Netz verschlafen hat.
    Und nun damit zu kämpfen nachträglich Bezahlmodelle für ihren Content versucht zu etablieren. Dennoch sind bereits einige Generation mit dem Bewusstsein großgeworden, dass Musik nahezu „kostenlos“ ist und dass Majors für teilweise viel Scheiß zu viel Geld verlangen.

    Ich denke es sind viele Dinge zusammen gekommen die die jetzige Situation des Musikmarktes prägen. Zum einen, dass vor iTunes kaum ein guter Dienst für Musik existierte der sehr umfangreich „Kulturgut“ anbietet.

    Zum Anderen denke ich, dass die Musikindustrie nicht wahrhaben kann, dass junge Erwachsene, die gerne als Zielgruppe „angesprochen“ werden um Geld zu „generieren“, viel komplexere Konsumgewohnheiten besitzen als nur noch das Platten kaufen.

    Mode, sowie Mobiltelefone und andere Konsumgüter zerren nun an dem begrenzten Marktanteil um die Musikbranche, somit können die Anteile nur kleiner werden bei begrenztem Geld der Menschen und willen für derartigen Konsum ihr Geld auszugeben.

    Das ist glaube ein wichtiger Punkt. Unter anderem natürlich auch, dass das Bewusstsein für „Musikautoren“ (wie man jetzt gerne heißen möchte) , Majors, der Industrie ein gewisses Images haben, welches nicht gerade förderlich.

    Ich denke, dass das Urheberrecht auch nicht mehr zeitgemäß ist, und dass die Industrie damals nahezu alles verkaufen konnte. Heute ist das nicht mehr so. Weniger Leute hören Mainstream. Die populären Musikprodukte werden schlechter, wenn sie jemals gute Kunst waren.
    Siehe schnelle Verwertungen wie Popstars und DSDS.

    Es gibt viel zu tun. Es ist meiner Meinung nicht nur ein Problem, sondern viele, die man überdenken und modernisieren müsste.

    Gruß

  5. Sehr schön geschrieben und ich kann dir fast ausnahmslos zustimmen. Würde mich freuen wenn es einen ähnlichen Diskurs in der Industrie gibt und sich hier in den kommenden Jahren einiges ändert. Bin hier aber doch optimistisch.

  6. Pingback: TheBlogParty » Kolumne: Umdenken statt abmahnen!

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