Main Moe & Q-Cut: “Der Mensch ist Kommunikation und rappen ist Training.” [Interview + Video]

Neben vielen News bekannter Rapper, möchten wir von Rapresent auch immer wieder auf talentierte Rookies der Szene hinweisen. In den letzten Wochen waren Main Moe & Q-Cut aus Magdeburg immer mal wieder Teil unserer News und so lag es nahe endlich mal ein Interview mit den Jungs zu führen.

Ihr Album „Popcorn vor Starwars“ erschien Ende Juli und nach Ketchup Kids wurde nun das zweite Video Cheers in Berlin gedreht. Verantwortlich war ein weiteres Mal Arvid Wünsch vom HipHopKiosk aus Leipzig. Das Video findet ihr am Ende des Interviews.

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Hallo zusammen. Danke, dass ihr euch die Zeit für ein kurzes Interview genommen habt. Bevor wir loslegen, würde ich euch um eine kurze Vorstellung bitten.

Main Moe: Hellow, Moe von der GFZ am Apparat. Raptechnisch bin ich grad nicht zu erreichen, bitte hinterlasst eine Nachricht nach dem „Was willst du?!“

Q-Cut: Q – Beatbauer. Grafiker. Geboren und aufgewachsen in Magdeburg.

Heutzutage gibt es ja eine schier unendliche Menge an Rappern bzw. viele, die sich so bezeichnen. Wie meint ihr, könnt ihr euch von der grauen Masse absetzen oder anders gefragt: Was macht euch aus?

Main Moe: Ich soll euch mein Geheimnis verraten? Da wäre ich ja schön blöd, aber ich gebe einen Anhaltspunkt: Ich weiß, dass ein großer Wortschatz und das trainieren der damit zusammenhängenden Fähigkeiten nützlich im Alltag ist. Der Mensch ist Kommunikation und rappen ist Training. Somit ist egal über was ich erzähle; wichtig ist, dass ich es mache. Ich bin frei in meiner Themenwahl. Ihr wisst auch, dass aus viel Freiheit große Verantwortung entsteht und ich will mich nicht enttäuschen.

Q-Cut: Darüber mach ich mir keine Gedanken. Das ist glaube ich auch der falsche Ansatz um Musik zu machen. Ich mach wonach mir ist, wenn es den Leuten gefällt ist das schön, wenn nicht auch nicht weiter schlimm. Mir geht’s gut.

Kommen wir zu eurem Album „Popcorn vor Starwars“. Wie lange habt ihr daran gearbeitet und was erwartet den Hörer auf den insgesamt 18 Tracks?

Q-Cut: Wir haben etwas über ein Jahr an dem Album gearbeitet. Darauf gibt es gute Rapmusik zu hören. Wir haben das Rad nicht neu erfunden aber Rap einen frischen Satz neuer Schlappen aufgezogen.

Main Moe: Ich glaube wir haben uns im November 2009 zum Ersten Mal zusammen gesetzt. Q kannte ich damals nur aus meinem CD-Regal und die Musik wurde schnell zum Alibi für gemeinsames Abhängen. Was kann man erwarten?
Damit ich nichts verrate, sag ich was sie nicht bekommen: nichts zum tanzen, Motherfucker.

Wie arbeitet ihr zusammen? Kommt Dj Q-Cut zu dir Moe und präsentiert dir seine Beats und du schreibst dann darauf die Lyrics oder ist das sogar ein paralleler Prozess?

Main Moe: Am ersten Tag waren die Beats, denn die Zeit am Schreibtisch wäre ohne ganz schön langweilig. Am letzten Tag wird drauf gerappt und da kann es passieren dass Texte auf andere instrumentale springen und anders herum. Wir machen viel in Abwesenheit des Anderen, damit wir, wenn wir uns treffen mit Resultaten glänzen können.

Auf dem Album befinden sich keine Features, was bei unbekannteren Künstlern ja eher untypisch ist. Habt ihr euch extra gegen Features entschieden um den Fokus ganz klar auf eure eigene Leistung zu setzen oder hat es sich einfach nicht ergeben?

Main Moe: Doch Patty die Becksflasche rappt mit, oder? Abgesehen davon hat Kooperation was mit unbekannten Variablen zu tun. Ich hab Kumpels angehauen, aber wollte dann auch nicht die Record-Mutti spielen. „Bestimmt beim nächsten Album“ – das sagt man doch so?

Q: …sind alle wack!

„Du sagst du bist Rapper aber ich sag ich bin Rap.“ Was bedeutet für euch Rap und wie zeigt sich bei euch, dass ihr Rap lebt?

Main Moe: Bin ich scheiße drauf, geht mir die verfickte Scheiße am Arsch vorbei und ich frage mich warum nicht alle einfach die Fresse halten und wenn ich gut drauf bin will ich auf jedes Konzert, jeder Beat muss berappt sein und jeder (gute) Rapper ist ein Prophet.
Rhythmus und Poesie ist nichts Neues, aber unter dem Denkmantel RAP hab ich so viele Freunde kennen gelernt, die ich nicht missen möchte, nur weil jemand mal gesagt hat Hip-Hop wäre tot. Das ist eine schöne Kontroverse, aber das Thema „Sterben“ in diesem Zusammenhang ist für beide Seiten unwürdig.

Auf dem Album hört man immer wieder eine gewisse Gesellschaftskritik heraus. Von welchen Zwängen sollten sich die Menschen, eurer Meinung nach, frei machen?

Main Moe: Nicht alles haten.
1.Auch wenn Geld das Popcorn des Teufels ist, haben deine Eltern es in dich gesteckt, also sorg wenigsten dafür, dass du sie im Alter unterstützen kannst. Dann kannst du rebellieren.
2. Benimm dich ruhig daneben. Die andern sehen dich schon von außen, also musst du es nicht immer machen.

Q-Cut: Fleisch essen und Götter anbeten.

Zum Schluss würde ich natürlich noch gerne wissen was bei euch in Zukunft ansteht. Kann man euch live auf Gigs sehen? Und was steht nach eurem Alben Release nun an? Gibt es schon neue Projekte?

Q-Cut: Wir sind weiter am Arbeiten und machen neue Tracks, Konkretes ist noch nicht geplant, aber wir werden weiter gemeinsam Musik und Platten machen. Ich schick Beats raus in die Welt, Vinyl Rumination wird fortgesetzt. Besucht unsere Webseiten und Blogs.

Main Moe: Negundo und ich haben einen Tonträger fertig. Der GFZ-Klub macht auch fleißig Interviews, Q-Cuts Rumination ruminiert wie gesagt auf die 9 zu und unser Liveset gefällt mir auch sehr gut. Es war allgemein ein feiner Sommer. Ich durfte mit Arvid-visuals und Pierre Sonality zusammen arbeiten, Vit-Armin B bleibt ein unverzichtbarer Gastgeber und Whatson hat sich auch als interessanter Schöpfer entpuppt. Zurzeit ist es so, dass es fast mehr Rapper als Fans gibt, deswegen sind wir eher als gut gelaunte Gäste unterwegs – Input/Output und so.

Dann bedanke ich mich recht herzlich bei euch für das Interview und hoffe, dass man bald wieder etwas von euch hört!

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