Kool Savas – John Bello Story 3 (Review)

Nach unzähligen Teasern, Promovideos und Interviews ist es morgen endlich soweit. Es ist Bello-Zeit, denn am morgigen 12.03.2010 erscheint der dritte und letzte Teil der John Bello Story. Ich durfte bereits reinhören und möchte euch meine Meinung nicht vorenthalten.

Kool Savas ist einer der wenigen MC’s, die es immer wieder schaffen meine volle Aufmerksamkeit zu erhalten und eine gewaltige Vorfreude auf das kommende Werk aufzubauen. So auch dieses Mal und ich wurde wirklich nicht enttäuscht. Im Gegenteil! John Bello Numero 3 wirkt ausgereifter als die vorangegangenen Teile. Die Produktionen gehen größtenteils auf die Kappe von Hätrz (dahinter stecken Mel Beatz & !Bazz). Ich war schon immer von der Genialität von Mel überzeugt und das bestätigt sie auf jeden Fall erneut. Aber auch „Orchestrator“ (Produziert von Rooq) oder „Rhytmus meines Lebens“ (produziert von Sir Jay) sind absolute Kopfnicker-Tracks.

Inhaltlich ist es wieder ein typisches Savas Album geworden. So sucht man vergebens nach politischen oder extrem sozialkritischen Texten, die einen Kool Savas mit erhobenem Zeigefinger präsentieren. Aber mal ganz ehrlich: „Wollen wir das überhaupt?“. Ich für meinen Teil, beantworte diese Frage ganz klar mit Nein. Savas macht das was er am besten kann und das ist u.a. die Vermittlung seiner Liebe zum Rap. Sein Flow ist und bleibt einzigartig und kann absolut überzeugen.

Absolutes Highlight ist „Der Rhytmus meines Lebens“. Hier wurde der Klassiker „Rhytm of the night“ aus den 90er Jahren neu arrangiert und kann eingängiger nicht mehr sein. Auch „Orchestrator“ , Savas zusammen mit Ercandize, braucht nicht lange um den „Kopfnick-Modus“ zu aktivieren. Ganz Groß ist auch „Mach doch keinen Scheiß“, der Schnipsel eines Klaus Kinski Ausrasters enthält, auf die Mo Trip, Olli Banjo, Franky Kubrik, Kaas und Savas rappen. Irgendwie strange aber eine außergewöhnlich kreative Idee.

Es wäre aber vermessen nur auf einige wenige Tracks einzugehen. So wurde Franky Kubrik beauftragt einen Text über das Leben von Savas zu verfassen und ihn in dem Track „Die John Bello Story“ zu vertonen. Auch wenn ich viele diese Meinung nicht mit mir teilen werden, kann Moe Mitchell dieses Mal mit seinen Hooks punkten und wurde ideal in das Album integriert.

Fazit:
Beginnen wir mit den wenigen enttäuschenden Momenten. Warum muss Savas in „Weg nach draussen“ Autotune verwenden und dazu noch singen? Und warum findet man mit „Technopilot“ einen nervenden Techno/Elektrobeat auf dem Album, obwohl Savas diesem Trend nicht folgen wollte? Meiner Meinung nach absolut unnötig und unpassend. Das hinterlässt am Gesamteindruck aber nur wenige Kratzer denn sowohl Savas selbst, als auch Gäste wie Curse, Azad, Olli Banjo oder Ercandize präsentieren sich von ihrer besten Seite und lassen schwächere Momente sofort wieder vergessen.

Das ehemalige Mixtape, dass mittlerweile zu einem hochwertigen Album herangewachsen ist, wird nicht nur mich überzeugen sondern sicherlich auch den Großteil der Rapfans. Kool Savas ist mit Recht einer der talentiertesten Rapper, der auch in Zukunft weiter für Furore sorgen wird.

Dieses Review wurde aus meiner persönlichen Sichtweise geschrieben und hat keinen Anspruch auf Professionalität. Ich bin kein ausgebildeter Journalist, sondern möchte mit diesem Review meiner Meinung Ausdruck verleihen. Ein Album ist viel Arbeit und wir möchten kein Werk “kaputt” reden. Dies ist lediglich eine subjektive Meinung von mir und deswegen bitte ich euch: “Macht euch letztendlich immer eine eigene Meinung”!

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Photos:
Cover + Photo 1 – Katja Kuhl
Photo 2 – Ondro

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Weg nach drausen ist ne T-Pain hommage (Savas auf T-Pain, so ne Absurde idee muss einfach rein) und Techno Pilot is denk ich mal dafür da um die ganzen Technorap typen auf ihrem eigenen Terrain zu plätten.

    Ansonsten ne echt geile review

    Peace

  2. @Anonymus
    Danke für das Lob. Freut mich natürlich. :) Die Idee mit T-Pain ist zwar ganz witzig, ändert aber nichts daran, dass es mir überhaupt nicht gefällt. Aber ist ja auch wie immer Geschmackssache.

    @Mars
    Vielen Dank. Hat sich die Mühe ja gelohnt. 😉

  3. Na komm, Moe schafft es schon den ein oder anderen Song hart runterzuziehen. Der ist (fast) immer eine Fehlbesetzung, die auch hier leider viel zu oft rauskommt. Warum Savas an ihm festhält fragt man sich nicht erst seit gestern. Freundschaft hin und her…absolutes Null Feeling. Zusammengenommen klar der beste Teil der Triologie, dürfte jeder so sehen. Die Hälfte der Tracks geht super rein, ohne Lückenfüller geht es aber nicht ganz. Was haben politische oder sozialkritische Texte bitte mit erhobenem Zeigefinger zu tun? Würde Savas über die Themen Tracks machen über die er in Interviews spricht würde Bello mal richtig spannend werden. Ich lese, sehe, höre ihn lieber im Interview als seine Mukke. Das soll schon was heißen. Aber Daumen nach oben für Bello 3. Nur Savas Gesang ist scheiße, richtig scheiße…wer ihm da wieder einen Floh ins Ohr gesetzt hat soll in die Ecke gehen und sich für den tollen Tip schämen.

  4. Pingback: » J.D.: Kool Savas – Die John Bello Story 3 – Der letzte Streich JD's Rap Blog

  5. Technopilot ist ein Track um die ganzen Trend-techno-rapper auf den Arm zu nehmen, hat also nichts mit „auf den Zug aufspringen“ zu tun. 😉
    Ansonsten gute Review! Außer dass „Weg Nach Draussen“ richtig geilen RnB-Charakter hat. 😀

  6. @Presstige
    Liebe Grüße zurück und danke. 😉

    @Chris
    Ein ähnliches Gespräch hatte ich schon mit einem Kollegen zwecks Moe Mitchell. Hier scheiden sich einfach die Geister. Zum erhobenen Finger: Damit wollte ich lediglich ausdrücken, dass es mir oftmals so vorkommt, dass Rapper bei diesen Thematiken vermeintlich sagen wollen was richtig und was falsch ist. Und das hat für mich manchmal Lehrer Charakter. Kann natürlich aber auch nicht generalisiert werden.

    @Cleenex
    Ok dann ist es zwar ganz lustig weil man es nicht ernst nehmen muss aber der Track geht mir trotzdem nicht gut rein. :) Und „Weg nach draussen“ ist halt auch Geschmackssache. Ich muss das Album sowieso noch ein paar Mal hören. Mal schaun ob sich dann meine Meinung ändert.

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