Hinter den Kulissen #1 – Rhyme-Chefredakteur Andreas Schnell [Interview-Serie]

Heute möchte ich euch eine neue Serie vorstellen. Nach unserer Freetrack-Serie „Kostenlos aber nicht umsonst“ und unseren regelmäßigen „News aus der Musikbranche“ folgt nun mit „Hinter den Kulissen“ eine spannende Interviewreihe. Dabei spreche ich mit Menschen, die eng verknüpft mit oder in der Musikbranche arbeiten und die normalerweise nicht im Mittelpunkt stehen. Promoter, Photographen, Journalisten, Redakteure und viele mehr erzählen spannende Details ihres täglichen Jobs.

Beginnen möchte ich heute mit dem Chefredakteur des neuen Urban & Lifestyle Magazin’s Rhyme, Andreas Schnell. Wir sprachen u.a. über seine Person, die Entstehung des Magazins und die Positionierung auf dem Markt. Euch erwarten spannende Antworten aus erster Hand. Viel Spaß mit der ersten Ausgabe „Hinter den Kulissen“

Hallo Andreas,  vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast mir ein paar Fragen zu beantworten.

Gerne. Der Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist gerade rum, alle Themen eingetütet und ich kann wieder ein wenig durchatmen. Da kommt ein Interview gerade recht.

Bevor wir auf das neue Urban & Lifestyle Magazin „Rhyme“ zu sprechen kommen, kurz zu dir als Person. Du bist Chefredakteur des Magazins korrekt? Und ich meine mich erinnern zu können, dass wir vor einigen Monaten schon Kontakt hatten. Damals ging es um die Promo des Azad Albums. Du scheinst also in vielen Bereichen tätig zu sein?

Richtig, ich bin der Chefredakteur und ja, du hast in der Vergangenheit auch im Bezug auf Azad von mir gehört. Du hast ein gutes Gedächtnis, das ist gefährlich ;-). Vor dem Rhyme-Projekt hatte ich in der Tat meine Finger bei der einen oder anderen Sache im Spiel. Ich habe ein wenig Pressearbeit gemacht, unter anderem auch für Azad, wie du schon richtig bemerkt hast, aber auch für andere Künstler, größtenteils in der Frankfurter Szene.

Das hat eigentlich damit zu tun, dass ich nicht nur Ur-Frankfurter bin und dadurch sehr viele Leute kenne, sondern auch dass ich – wie unschwer zu bemerken ist – ein Faible für diese Art von Musik habe. In erster Linie liebe ich es aber zu schreiben und verdiene damit meinen Lebensunterhalt. Dass ich über Musik schreiben kann ist natürlich die perfekte Symbiose!

Als Chefredakteur ist man leitender Redakteur und gleichzeitig verantwortlich für den Inhalt des Magazins. Bist du auch Initiator und Ideengeber des Rhyme-Magazins und wie lange dauerte es von der Idee bis zur Umsetzung?

Ich hatte schon immer den Traum ein eigenes Magazin zu machen, aber wie es so ist im Leben, hat nie alles so gepasst, dass ich ihn auch hätte verwirklichen können. Anfang letzten Jahres hat mich dann ein Freund angesprochen, ob ich nicht Lust hätte an einem Magazin mitzuwirken, da war das allerdings alles noch recht unkonkret.

Wir haben dann schnell gemerkt, dass wir ziemlich identische Vorstellungen haben und in dem kreativen Prozess der dadurch in Gang gesetzt wurde, ist das Rhyme-Magazin entstanden, so wie du es heute in den Händen halten kannst. Wir haben beide Ideen mit eingebracht und im folgenden Prozess auch noch andere Leute, wie zum Beispiel die Leute vom Vertrieb oder unser Grafiker-Team, ohne die wir das alles nicht in etwas Greifbares hätten verwandeln können.

Wie kann man sich das vorstellen? Wie entsteht ein Magazin und was musstet ihr dabei alles beachten? Das war doch sicher ein Mammutprojekt?

Es sind unglaublich viele Mosaiksteinchen, die am Ende alle zu einem großen Bild zusammengefügt werden müssen. Am Anfang steht natürlich die Idee, die man dann Stück für Stück mit Leben füllen muss. Dabei gibt es immer wieder Rückschläge, manche davon hat man unter Kontrolle, manche nicht. Da ich schon vorher als Freiberufler gearbeitet habe, konnte ich mir die eine oder andere bürokratische Hürde vorstellen, aber am Ende war es doch überwältigend was man alles zu tun hat. Es war ein extrem großer Aufwand und ich würde jedem, der nicht Geld, Zeit und personelle Ressourcen in einer großen Menge hat, dringend davon abraten so etwas auf die Beine stellen zu wollen. Die eine oder andere Hürde kann dir ansonsten echt den Tag versauen.

Das Rhyme-Magazin sieht sich als Urban & Lifestyle Magazin. Nun sind hier sicherlich die JUICE & die Backspin als direkte Konkurrenz zu nennen. Wie möchtet ihr euch von diesen Magazinen abheben und was macht euch einzigartig und damit kaufenswert?

Das ganz offensichtlich sind zwei Dinge: das Format – wir kommen ja großformatig in A3 – und die monatliche Erscheinungsweise. Davon abgesehen haben beide Magazine ihren Fokus auf Hip-Hop, wir berichten zwar auch über Hip-Hop aber nicht ausschließlich. Ich denke da sind wir gerade von einer Backspin sehr weit entfernt, die sich schon sehr detailliert mit dem ganzen Hip-Hop Gedanken auseinandersetzt. Mit der Juice haben wir da sicherlich die eine oder andere Überschneidung was die Themen angeht aber zum einen denke ich das der urbane Kuchen in Deutschland groß genug ist und zum anderen haben wir eine andere Herangehensweise an die Thematik.

So haben wir zum Beispiel auch die US-amerikanische Szene als Thema, da kommt man einfach nicht daran vorbei, aber möchten den Schwerpunkt eher auf Deutschland und die europäischen Nachbarn legen und wenn wir schon vom Untergrund berichten, dann widmen wir uns eher unseren deutschen Talenten, denn davon gibt es mehr als genug. Ob wir kaufenswert sind muss dann natürlich der Leser entscheiden, aber wir sind uns sicher, dass es genügend Kaufanreize gibt und man darf nicht vergessen: mit 3,50 Euro liegen wir preislich in einem fast konkurrenzlosen Bereich.

Sowohl die JUICE als auch die Backspin hatten aufgrund sinkender Verkaufszahlen einen Relaunch und werden nicht mehr monatlich produziert. Ihr hingegen habt euch trotz sinkender Zahlen FÜR ein monatliches Magazin entschieden. Warum?

Weil Juice, Backspin und Hip-Hop Bravo nicht monatlich erscheinen und weil wir denken, dass es genug Themen und Leserschaft gibt um ein monatliches Magazin in Deutschland herauszubringen.

Die erste Ausgabe erschien am 9.2.2011. Was erwartet uns darin?

Wir haben als Cover Rihanna und ein dazugehöriges Interview, das sich gewaschen hat. Außerdem haben wir einen Tag mit Harris verbracht und dies in Bild und Text festgehalten. Wir haben Vega, Olson Rough, Ice Cube, Julian Williams alias J-Luv, sechs dicke Poster, einen geilen Comic, die Rhyme-Queen und so vieles mehr, das man dazu das Heft in der Hand halten muss, um alles auf einen Blick zu haben.

Wird man das Magazin überall kaufen können und wie sieht es mit einem Abo aus?

Wir erscheinen sowohl im Bahnhofsbuchhandel als auch im Kiosk um die Ecke, sofern dieser gut sortiert ist. Die ersten Monate werden wir einfach schauen müssen wo ein Magazin wie Rhyme gekauft wird und dann werden wir weiter optimieren, um die Nachfrage optimaler abdecken zu können. Es gibt aber auch die Möglichkeit auf unserer Website das Magazin zu kaufen, egal ob im Abo oder das Einzelheft. Wobei es im Abo noch ein schickes T-Shirt dazu gibt, es lohnt sich also.

Wo findet man euch im Internet?

Wir hatten gerade den Launch unserer Website unter www.rhyme-magazin.de. Abgesehen davon sind wir  bei Twitter und Facebook am Start.

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen und wir von Rapresent wünschen euch natürlich viel Erfolg mit dem Magazin.

Vielen Dank. Man hört und liest sich bestimmt in der Zukunft.

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