Fiva MC – Rotwild (Review)

Seit 1999 höre ich aktiv und regelmäßig Deutschrap. Angefangen hat es mit Eins Zwo oder auch Afrob. Seit besagtem Jahr begann aber nicht nur meine enge Freundschaft zu deutschem Sprechgesang sondern auch die Karriere von Fiva MC. Jedoch erschien erst im Jahr 2002 ihr erstes Album „Spiegelschrift“ und 4 Jahre später kam dann „Kopfhörer“ raus welches sie mit Dj Kollege Radrum aufnahm. Ein Jahr zuvor wurde das Label Kopfhörer Records gegründet.

Über dieses Label erscheint am heutigen Tag (20.02.2009) auch ihr neues Album „Rotwild“ über das wir bereits berichtet haben.

Ich durfte mir das Album schon anhören und soviel kann ich sagen. Einmal durchhören und wieder weglegen habe ich nicht geschafft. Der „Repeat-Modus“ wurde gerade bei diesem Album rege von mir genutzt. „Sowieso ich“ bildet den Anfang des Albums und hat mich direkt zurück in die 90-er katapultiert. Heutzutage wird es ja als Rückschritt gewertet wenn Künstler sich musikalisch nicht weiter entwickeln bzw. keine neuen Grenzen überschreiten. Jedoch habe ich gehofft, dass Fiva MC ihrem Sound treu bleibt denn oft vermisse ich einfach soulige Beats verknüpft mit Lyrics, die das deutsche Vokabular flächendeckend ausnutzen.

So geschehen auf dem Album Rotwild. Die Beats stammen von Flip (Texta), die über das gesamte Album sehr stimmig sind und es zu einem einheitlichen Gesamtwerk machen. Dj Phekt setzt dazu noch Cuts als Stilelement perfekt ein und für mich hat das immer einen gewissen Oldschool Effekt. Auf Features wurde komplett verzichtet außer einem kurzen Gastspiel von Flip.

Das stört aber überhaupt nicht, da das Album einen sehr persönlichen Charakter hat und somit viele Features eher unangebracht wären. So rappt Fiva MC in „Profi“ über das älter werden und den damit verbundenen Gedanken über die Zukunft. Das Musikbusiness wird immer schnelllebiger und wenn man nicht aufpasst wird man nicht mehr als cool, hip oder fresh bezeichnet. Fiva ist das in „Immer noch“ aber ziemlich egal und so schwelgt sie in musikalischen Erinnerungen.

„Ich teil mein Leben nach Songtiteln ein. Kopfnicker, Pures Gift, Fenster zum Hof … Wenn’s dich einmal festhält lässt’s dich nicht mehr los.“

Dass ihr das Thema wichtig ist, merkt man auch in „Goldfisch“ wo sie sich selber fragt ob es überhaupt noch Leute gibt, die auf Inhalt setzen oder ob heutzutage das Primärziel ist reich zu werden und ein Image zu verkaufen. Jedoch kann man das nicht als „Diss“ verstehen sondern lediglich als eine Erklärung warum sie weiterhin ihr Ding durchzieht und sich nicht leiten lässt von Geld, Coolness oder Trends.

Was mir an Tracks wie „Will wollen“ oder „Klar kommen & dreckig gehen“ sehr gut gefällt ist die positive Stimmung die vermittelt wird. Lyrics die bewegen und einen abseits vom Alltagsstress etwas Entspannung verschaffen.

Fazit:
Wer mal wieder guten deutschen Rap hören will der etwas mehr in die Tiefe geht, dem kann ich Rotwild nur wärmstens ans Herz legen. Viele werden in diesem Album den bereits genannten Stillstand sehen aber oftmals sind die guten alten Werte doch immer noch das, was einen als Menschen ausmacht und so sehe ich das mit dem Album auch. Zeitloser Rap, der genau das ist was er schon zu Beginn von Fivas Karriere war. Einfach nur gut!

„Das ist weder Old School noch Retro. Das ist sau cool.“

Fiva MC – Rotwild (bestellen)

Weitere Links:

Kopfhörer-Records Homepage

Fiva MC – Homepage

Bilder: Kopfhörer Records

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