EMI Music gekauft von Universal Music und Sony BMG

EMI Music wird zerschlagen

EMI Music wird zerschlagen

Vor genau einem Monat war endgültig klar, dass die EMI Music zerschlagen und verkauft werden würde. Heute möchte ich nochmal zurück blicken und alle wichtige Facts zusammenfassen.

EMI Music – Die Vorgeschichte:

Die EMI Music plagen schon seit Ewigkeiten Verbindlichkeiten in Höhe von mehreren 100 Millionen. Auch deswegen verkaufte der damalige Besitzer, die britische Beteiligungsgesellschaft Terra Firma das Musiklabel an die Großbank Citigroup. Das war im Februar 2011 und nur wenige Monate später ist es nun doch zur Zerschlagung des Konzerns gekommen. Zu hoch waren wohl die Verbindlichkeiten, so dass eine Weiterführung als eigenständiges Unternehmen nicht mehr realistisch war.

Der Verkauf der EMI Music:

Genau vor einem Monat, Mitte November, war es dann offiziell. Universal Music erhielt den Zuschlag für EMI Music (Tonträgergeschäft) und Sony/ATV und Co. erhielten ihn für EMI Publishing (das Verlagsgeschäft). Damit haben sich die zwei größten Labels den Konkurrenten aufgeteilt. Der dritte Konkurrent Warner Music wurde bereits selber an einen russischen Milliardär verkauft, so dass Warner nicht als Käufer in Frage kam. Der Indie-Verband hat bereits Bedenken geäußert, dass die Konzentration der Musikrechte nur auf wenige Unternehmen zunimmt man kann aber davon ausgehen, dass diese Kritik keine Auswirkungen haben wird.

Das Sterben der großen Labels:

Nach dem Verkauf von Warner Music und der Zerschlagung von EMI Music kommt was? Diese Frage stelle ich mir gerade und ich komme zum Ergebnis, dass früh oder später auch Universal Music und Sony Probleme bekommen werden. Fakt ist, dass der Absatz an CD’s weiter sinkt und die Zahlen legaler Downloads das aktuell noch nicht auffangen können. Das ist meiner Meinung nach aber nicht der entscheidende Punkt. Viel zentraler ist, dass immer mehr Leute einen sehr stark ausgeprägten und vor allem individuellen Musikgeschmack entwickeln. Sei es durch die Informationsmöglichkeit des Internets, das Heranwachsen von Streaming-Diensten oder der auf bestimmte Musikrichtungen fokussierte Radiosender.

Früher gab es VIVA und MTV, UKW Radio und das wars. Heute kann man sich vom Rapper aus Südost-Sibirien die CD per Internet bestellen. Und diese Individualität kann ein großes Label nicht liefern. Universal Music oder auch die EMI sprechen die Masse an und wenn die Masse nicht mehr geschlossen 50 Cent hört dann gibt es ein Problem. Da haben Indie-Labels mit einem kleinen Budget eine größere Chance mit ihrem Künstler-Roaster rentabel zu sein.

Sicherlich ist das jetzt sehr subjektiv und einseitig betrachtet, reicht aber sicherlich aus um einen Denkanstoß zu schaffen. Gerne können wir darüber in den Kommentaren diskuttieren.

Quellen via Spiegel & Musikmarkt

Bild oben © Rapresent.me

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Gegen deine These sprechen sämtliche Zahlen der Branche, da u.a. bisher weit mehr Indie-Labels dicht gemacht haben als Majors und zudem der Markanteil der erst genannten kontinuierlich sinkt.
    Majorlabels haben ihre Wertschöpfungskette schon weit über die CD-Verkäufe hinaus ausgeweitet und partizipieren schon längst auch an Merch-, Liveeinahmen und vor allem an aus Markenkooperationen erschlossene Einnahmen, sind also für die kommenden Jahre noch nicht akut in Gefahr. Nicht zu vergessen, dass zwar die Einnahmen derzeit noch (um etwa einen % pro Jahr) zurückgehen, aber noch immer im Vergleich zur restlichen Medienbranche sehr hoch sind.

    Weiterhin ist hingegen deiner Annahme die Aufsplittung der Verkäufe in Nischenprodukte nicht gegeben. Vielmehr konzentrieren sich die Verkäufe auf einige wenige Produkte im Jahr.

    Was unter Garantie passieren wird und auch schon längst passiert, ist die Abnahme des Repertoire derer Künstler, deren Anhängerschaft nicht bereit ist in Musik zu investieren, da es am Ende ein Wirtschaftszweig ist der auf Angebot und Nachfrage reagiert. Sprich: Anhänger von HipHop sind bei der illegalen Beschaffung von Musik ganz vorne, so dass der Anteil der selbigen Künstler weniger interessant ist. Die Käuferschaft des Schlagers hingegen ist kaufstark und kaum auf illegalen Wegen unterwegs, so dass sie für die Industrie interessanter ist.

    Reine Selbstvermarktung der Künstler via Internet funktioniert bisher nur mit bereits etablierten Künstlern, nicht aber bei Newcomern, so dass mit der Zeit eine Abnahme der Menge der Künstler zu erwarten ist.
    In Kombination mit der veränderten Wertschöpfungskette und Konkurrenzsituation wird der Trend eben dann zum „50 cent“ Massenprodukt- und weg vom, künstlerisch vermeintlich wertvolleren, Produkt für Liebhaber gehen.

    Kurz: Es wird weniger Musik geben und selbige wird so massenkompatibel wie möglich ausfallen.

  2. Oh… Und die ersten beiden Passagen deines Beitrages beinhalten ne Menge völlig falscher Informationen und Fakten:
    Terrafirma ist nicht britisch – Die Verbindlichkeiten beliefen sich auf mehrere Milliarden und nicht Millionen und stammen aus der Übernahme der Firma durch Terrafirma – Es gab keinen Verkauf, sondern eine geordnete Insolvenz des Investors, Warner war sehr wohl bis kurz vor Schluss im Verkaufsprozess involviert und sogar bis kurz vor dem Verkauf a der gehandelte Favorit auf den Kauf und so weiter und so weiter…

    Da würde ich an deiner Stelle, sofern ein Funken journalistischer Anspruch vorhanden ist, noch mal kräftig korrigieren.

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