Dr. Knarf – Wie ich flieg EP (Review)

Schon mehrfach berichteten wir über den Kölner Rapper Dr. Knarf, der vor kurzem seine „Wie ich flieg“-EP herausgebracht hat und endlich halte auch ich sie in den Händen. Hierbei handelt es sich um eine 7-Track starke CD, die einen doch sehr vielseitigen Kniwo präsentiert.

Um eine Sache schonmal vorwegzunehmen; Der Dr. hat einen Rapstil der anfangs sicherlich gewöhnungsbedürftig ist aber bei mehrfachem Hören in meinen Augen einzigartig und neuartig in der Raplandschaft ist. Und das will was heißen bei der heutigen Anzahl an Rappern. Nun kann man, aufgrund eines Gefängnisbesuches vermuten, dass die EP von den Erfahrungen dieses Aufenthaltes handelt, gespickt mit primitiven Kraftausdrücken gegen die gesamte Gesellschaft, aber dem ist nicht so.

Gleich zu Beginn der EP kann Dr.Knarf mit dem Track „Wie ich flieg“ punkten. So vermittelt er dem interessierten Zuhörer die Machenschaften diverser einflußreicher Menschen aus der Politik und zeigt auf wie sie ihre Macht zu ihren Gunsten ausnutzen. So hat man auch den Eindruck, dass sich Knarf sehr intensiv mit einigen Geschehnissen auseinandergesetzt hat.

Manfred Kanther, CDU. Er betrieb Geldwäsche. Nach fünfstelligen Zahlungen ging die Akte wieder zu.

Aber auch im nächsten Track „Tag für Tag“ sehe ich direkt die Kritik an der Politik. So erzählt er von (eventuell auch fiktiven) Freunden, die jeweils ein durchwachsenes Leben vorweisen können und oft auch in die Kriminalität abrutschten. Kniwo spricht von „satten Politikern, die fern ab von der Realität“ handeln und die Einzelschicksale nicht von Bedeutung sind.

So wird man aber nicht zum „Rap Superstar“. Da fehlen die Klischees, das dicke Auto und die halbnackten Frauen. Und genau deswegen gibts in besagtem Track eine Anleitung wie man es heutzutage zum Superstar schafft. Eine Hommage an alle Rapper, die es auf diese Art und Weise geschafft haben, natürlich mit einer gehörigen Portion Ironie.

Das hier ist mehr als Musik. Ich leg mein Herz auf den Beat mach ihn unsterblich und flieg.

So rappt Knarf in „Acht Takte“ doch sehr persönlich über seinen Werdegang und seine Beziehung zur Musik um danach in „OK“ mit gewohntem Sarkasmus den vielzitierten Straßenrap aufs Korn zu nehmen. Danach gibts 10 Minuten lang das ABC des Raps in Form vieler Alliterationen, die zusammen den Track „Jagdsaison“ ergeben. Rap vom Feinsten.

Den Abschluss macht „Trink ne Milch“ den einige von euch sicher schon kennen. Jedoch präsentiert sich der Song in anderem Soundgewand und gefällt mir persönlich fast besser als das Original.

Fazit:
Alles in allem muss ich sagen, dass hier eine sehr hochwertige EP den Weg in die Läden gefunden hat und ich schon gespannt auf weitere Projekte des Doktors warte, also genau das was wahrscheinlich damit erreicht werden sollte. Man muss sich, wie schon gesagt, auf den etwas eigenen Rap einlassen aber dies fällt nach kurzer Zeit ziemlich einfach. Erfrischend anders präsentiert sich Dr.Knarf würde ich sagen wenn ich es auf den Punkt bringen sollte.

Bonus:
Für alle, die mehr über besagten Rapper erfahren möchten, denen lege ich zwei aktuelle Interviews ans Herz, die ihr hier und hier findet. Ansonsten gibts alle weiteren Infos am Ende dieses Reviews.

Fotos: Presse

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Biggg ups an Rapresent.me dafür, dass ihr Dr. Knarf supportet. Der Junge hats defintiv verdient und hebt sich nicht nur von der sogenannten breiten Masse sondern auch von den sogenannten Szenegrößen ab. Rap mit Power, Intellekt und Humor. Einzigartiger Rapper.

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