Creme Fresh – Organisiertes Zerbrechen (Review)

Fatoni, Keno & Bustla sind Creme Fresh und am 26.02.2010 veröffentlichen sie ihr drittes Album „Organisiertes Zerbrechen“. Wir durften vorab schon einmal reinhören.

Geld wird aus dem Fenster der Bank geworfen. Die Menschen kommen angerannt, egal ob jung oder alt, arm oder reich. Jeder darf behalten was er aufsammeln kann und Keno und Fatoni stehen daneben und fragen sich ob die Menschen sich das Geld untereinander aufteilen. Leider ist das nicht der Fall. Die Gier ist größer.

Denn am Ende gewinnt derjenige der dem anderen am besten den Kiefer brechen kann.

Ein kleiner Auszug des ersten Tracks „Scherben“, der eine Gesellschaft skizziert, in der jeder auf sein eigenes Wohl bedacht ist. Man sollte diese Zwänge von sich abschütteln und von Vorne beginnen aber nein … das ist nicht möglich. „Gegen die Wand“ scheint eine Art Antwort auf vorangegangenen Track zu sein.

Nein, es ändert sich nichts. Zu viele Wände im Weg, keine Wende in Sicht und ich bin wie von einem fremden Planet. Mich kann keiner dieser sechs Milliarden Menschen verstehen.

Das die Jungs von Creme Fresh lyrisch was auf dem Kasten haben ist aus den letzten 2 Alben bekannt aber auch durch die Freestyle Sessions bei Feuer über Deutschland. Daran hat sich auch nichts geändert aber das die musikalische Untermalung mindestens genauso wichtig ist, sollte jedem Musikfreund klar sein. Und genau das ist der Knackpunkt dieses Albums. Die Produktionen sind einwandfrei, keine Frage, aber es ist fraglich ob Ausfluge in elektronische, rockige, reaggae-lastige und viele weitere Bereiche dem Zuhörer genauso zusagen wie ein straightes Hip Hop Album.

Klar möchte sich ein Künstler weiterentwickeln, Grenzen überschreiten und Neues ausprobieren aber mir persönlich sind die Sprünge von Track zu Track doch ein bisschen zu groß. Hier würde es wohl gut passen zu schreiben, dass der rote Faden fehlt. So kommt „Renovieren“ mit perfekt tanzbarem Ska-Rhytmus daher, danach wird über eine „Schauspielerin“ gerappt, vertont mit chilligen RnB Beats und anschließend gehts weiter mit „Affenmusik“, das von beiden vorangegangenen Tracks weit entfernt ist.

Aber „Click“ , „MF Blues“ und „Niedertracht“ haben es mir z.B. angetan und werden mit Sicherheit nicht das letzte Mal den Weg in meinen CD Player gefunden haben. Mag wohl auch daran liegen, dass man in den ersten 2 genannten Tracks noch den größten Anteil „straighten Hip Hops“ erkennen kann, was mir immer noch am besten liegt.

Fazit:
Zusammenfassend kann man sagen, dass „Organisiertes Zerbrechen“ mit Sicherheit kein alltägliches Album ist, dass in die Rubrik „kenn ich schon“ eingeordnet werden kann. Jeder Track ist ein eigenes Werk für sich selbst aber genau hier liegt das Problem in meinen Augen. Es erschwert etwas den Hörgenuss und lässt den Hörer etwas alleine. Auch wenn die Qualität des Albums für sich spricht und man sich lyrisch von vielen Künstlern der Szene abgrenzen kann, so sind die Beats oftmals einfach zu gewagt um ein breites Publikum zu gewinnen. Hinzu kommt eine gewisse Erwartungshaltung der bestehenden Fangemeinde, die mit diesem Album sicherlich auf eine harte Probe gestellt wird. Abschließend sei aber gesagt, dass das Album nach mehrmaligen Hören definitiv besser wird und man auf einem Live-Konzert inkl. Band seine Meinung sicherlich nochmal ändern könnte.

Dieses Review wurde aus meiner Sichtweise geschrieben und hat keinen Anspruch auf Professionalität. Ein Album ist viel Arbeit und wir möchten kein Werk „kaputt“ reden. Dies ist lediglich eine subjektive Meinung von mir und deswegen bitte ich euch: „Macht euch letztendlich immer eine eigene Meinung“!

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Photos: Max Winter

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