Afrob – Der letzte seiner Art (Review)

Am 04.09.2009 veröffentlicht Afrob sein mittlerweile 4.Soloalbum nach langer Pause. Wir durften schon einmal reinhören und berichten euch über unsere Eindrücke.

Ey mein Bruder ich weiß die Richtung bin am Ruder. 1000 Rapper wolln zur Spitze, ey was willst denn du da?

Das war im Jahr 1999 als ich kopfnickend und mitrappend das Album „Rolle mit Hip Hop“ rauf und runter hörte. Heute, 10 Jahre später, sitze ich vor dem mittlerweile 4. Soloalbum des Stuttgarter Rappers Afrob. „Der letzte seiner Art“ heißt es und nach 4 jähriger Pause weiß ich gar nicht so recht was ich nun von dieser LP halten soll. Jeder Künstler entwickelt sich über die Jahre aber geprägt ist man doch hauptsächlich von Klassikern wie „Reimemonster“ oder „Afrokalypse“.

Zurückversetzt in alte Zeiten wird man definitiv nicht, soviel steht fest. Was die Beats betrifft, habe ich mich ein wenig in alte ASD-Zeiten zurückversetzt gefühlt. Damals „kauften“ sich Samy und Afrob Beats amerikanischer Produzenten um darauf ihr Album zu manifestieren. Auch bei „Der letzte seiner Art“ erscheinen die Beats oftmals so und hinterlassen keinen bleibenden Eindruck.

afrob_schriftzug


Thematisch sucht man vergeblich nach einem roten Faden
, was so von Afrob selber auch angekündigt wurde. Schade eigentlich denn so findet man sich im fleißigen Wechsel immer wieder zwischen klassischen Posertracks, vermeintlichen Headbangern und Tracks, die Afrobs Vergangenheit und Denkweise wiederspiegeln. Dagegen ist ansich nichts einzuwenden, würden manche Tracks thematisch über „rättätä whau … tchigedie tschäng“ hinausgehen. Klar bin auch ich früher zu „Reimemonster“ oder auch „Get Up“ gut abgegangen aber das gewisse Etwas fehlt einfach.

Jedoch muss man Afrob zu gute halten, dass er neben seinen Feature Gästen fast ausschließlich besser aussieht. Lediglich bei Samy Deluxe und Cassandra Steen stehen sich gleichwertige Partner gegenüber. Ob Dean Dawson, Brixx oder Habesha … keiner kann überzeugen. Im Gegenteil.

Aber keine Sorge liebe Afrob Freunde (mich eingeschlossen). Denn auf meiner akkustische Reise durch 15 Tracks, waren natürlich auch musikalische „Schmankerl“ dabei. Das erwartete „ASD Comeback“ ist definitiv ein absoluter Kracher und lässt mich auf eine Fortsetzung der Kooperation hoffen. Auch „Was wollt ihr?“ und „Wo sind dir Rapper hin?“ sind ordentliche Bretter, die einen Platz in meiner Playlist gefunden haben.

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Jedoch gefällt mir der ehrliche, reflektierende Afrob auf „Der letzte seiner Art“ besser. Das verwundert mich selber (im Hinblick auf vergangene Alben) aber in Tracks wie „Allein“ oder „Spectakulär 2009“ erhält man doch emotionale Einblicke in die vergangenen Jahre Afrob’s, seine Zweifel, seinen Aufenthalt im Gefängnis oder auch die Trennung seiner Frau.

Fazit:
Wie man dem Review entnehmen kann, bleibt ein unklares Ergebnis. So sind einige Tracks wie „Allein“, „Spectakulär 2009“ aber „ASD Comeback“ positiv zu bewerten aber gleichermaßen bin ich doch von „Babygirl“ oder auch „Du weisst“ sehr enttäuscht. Das Autotune noch nie mein Fall war, brauch ich nicht mehr zu erwähnen und die Umsetzung von RnB-Elementen ist in meinen Augen auch nicht wirklich gelungen. Afrob wird es 2009 schwer haben. So werden die Fans der allerersten Stunde sein Album sicherlich zahlreich kaufen. Sollte aber ein weiteres Album irgendwann erscheinen, muss definitiv eine Steigerung her. Ein ASD Album, mit Altmeister Samy Deluxe an der Seite, könnte evtl. zu neuer Stärke verhelfen aber mit dem aktuellen Album erhält Afrob aus subjektiver Sichtweise keine Traumnoten.

Das Review ist lediglich meine persönliche, subjektive Sichtweise des Albums. Dies dient lediglich der Eindämmung beleidigender Kommentare.

Afrob – Der Letzte Seiner Art (bestellen)

Bilder: TseTse Promotion

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: JD's Rap Blog » Archive du blog » J.D.: “INTERVIEWS & REVIEWS – Kool Savas, Eko Fresh, Kitty Kat, Fler & Bushido uvm.

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  3. „Ich sah 1000 Rapper kommen, wie sie dachten, es wär ihre Zeit/ Die Kampagne läuft, doch nicht zu ihrer Zufriedenheit/ Deutsche Rapper werden immer schlauer, haben Abitur/zupfen ihre augenbrauen, finger-manikur/ Egal, ob von der Straße, mit null Bildung und viel Drogen/ „Yes, we can!“ ist für uns kein neuer Slogan“

    ein diss an itelligenten rap.

    wenn man überlegt, dass afrob mit zeilen wie „… ich hab studiert, nicht weil ichs so toll fand/ ich musste 23 jahre ich sein in deutschland“ kam. und heute so ein bullshit mit „viel drogen“ daher grunzt, muss man sich überlegen ob man afrob überhaupt noch ernst nehmen kann.

    es gab ja mal so ein satz im hip hop der hieß glaub ich „keep it real!“… ich weiß nicht ob sich afrob noch an ihn erinnern kann.

    Johnny Clipper

    falls antwort bedarf:

    http://www.myspace.com/johnnyclipper

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